Pressemitteilungen vom 15.09.2017:

WR vom 15.09.2017 - Auf der Jagd nach dem Durch­ste­cher

Auf der Jagd nach dem Durch­ste­cher

Ist At­ten­d­orn jetzt am En­de? Wolf­gang Tei­pel (CDU) ist scho­ckiert.Tei­le sei­ner Frak­ti­on ha­ben Neu­ig­kei­ten aus der Zei­tung er­fah­ren

von Gun­nar Stein­bach:

At­ten­d­orn. Mit „Ich war’s nicht“ er­öff­ne­te der UWG-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Win­fried Ri­chard am Mitt­woch Abend im Haupt- und Fi­nanz­aus­schuss die Spe­ku­la­tio­nen über den­je­ni­gen, der ge­hei­me In­for­ma­tio­nen aus dem Rat­haus an die Pres­se „durch­ge­sto­chen“ hat.

An­lass war ein An­trag der gelb-grü­nen Frak­ti­on, in dem FDP und Grü­ne for­dern, dass sich die Stadt künf­tig fi­nan­zi­ell ge­zielt in der In­nen­stadt ein­bringt, um die Ent­wick­lung zu för­dern.
Auf ver­lo­re­nem Pos­ten

Al­ler­dings stand Ma­ri­us Be­cker, der Gelb/Grün im Haupt­aus­schuss ver­tritt, von An­fang an auf ver­lo­re­nem Pos­ten, ob­wohl auch er sei­nen Vor­trag mit „Wir wa­ren es nicht“ ein­lei­te­te. Ins­be­son­de­re in der CDU scheint die der Sit­zung vor­aus­ge­gan­ge­ne De­tek­tiv­ar­beit zu dem Er­geb­nis ge­kom­men zu sein, dass der Au­tor des Tex­tes („Ein Sau­er­stoff­zelt für den Käm­me­rer, bit­te“) aus lau­ter Dank­bar­keit für die ge­lie­fer­ten Hin­ter­grün­de sei­nen In­for­man­ten in Zei­le 17 gleich öf­fent­lich macht. Re­spekt!

Wo­bei Be­cker sich mit sei­nem An­schiss für den un­be­kann­ten In­for­man­ten ei­gent­lich von nie­man­dem über­tref­fen las­sen woll­te: „Der­je­ni­ge, der da ge­quatscht hat, soll­te sich in die Ecke stel­len und mal ei­ne Stun­de in sich ge­hen.“

Im Kern geht es Wa­ri­as und Be­cker dar­um, dass die Stadt an den Stel­len, an de­nen es der Markt nicht rich­tet, zum Woh­le der Stadt fi­nan­zi­ell in­ter­ve­niert.

Ein An­sin­nen, das im Grun­de von al­len ge­teilt wird, am Mitt­woch aber mit 10:1 ab­ge­schmet­tert und in den par­la­men­ta­ri­schen Staub ge­tre­ten wur­de. „In die­ser all­ge­mei­nen Form nicht zu­stim­mungs­fä­hig“ für die UWG (Ri­chard), „so über­flüs­sig wie ein Kropf“ für die CDU (Ohm), „Wahl­kampf“ für die SPD (Ewers). Wolf­gang Tei­pel, CDU („Ich war ge­schockt“), be­dau­er­te, dass Tei­le sei­ner Frak­ti­on die Neu­ig­kei­ten aus der Zei­tung er­fah­ren hät­ten.
Nicht in tro­cke­nen Tü­chern

Bür­ger­meis­ter Pos­pi­schil be­stä­tig­te, dass die Ver­wal­tung in der be­schrie­be­nen Rich­tung Ge­sprä­che füh­re, warn­te aber da­vor zu glau­ben, dass al­les schon in tro­cke­nen Tü­chern sei: „Das ist nicht der Fall.“ Er be­kräf­tig­te aber auch die Ent­schlos­sen­heit der Stadt, sich fi­nan­zi­ell zu en­ga­gie­ren: „Ja, es stimmt, wir wer­den Geld in die Hand neh­men.“

Aber auch er sah kei­ne Not­wen­dig­keit für den gelb-grü­nen An­trag: „Das ist Schat­ten­bo­xen. Wenn wir ihn an­neh­men pas­siert das Glei­che, wie für den Fall, dass wir ihn ab­leh­nen. Er be­schreibt das, was wir so­wie­so ma­chen.“
Schlech­te Lau­ne

Von ih­rer schlech­ten Lau­ne konn­ten die Aus­schuss­mit­glie­der auch noch et­was in den Ta­ges­ord­nungs­punkt 5, „Kunst im öf­fent­li­chen Raum“ ret­ten. An­na Or­si­ni, Mar­lies Back­haus, Su­san­ne Sie­wer-Wol­ter und Jan Back­haus hat­ten ei­nen An­trag zur Be­wil­li­gung von drei Pro­jek­ten für Kin­der und Ju­gend­li­che ge­stellt:

1. „Weg der Kin­der­rech­te“: Da­bei sol­len über­di­men­sio­na­le, bun­te Lol­lis an den Wäl­len auf­ge­hängt wer­den, auf de­nen Kin­der­wün­sche wie: „Ich wün­sche mir, dass je­des Kind ein gu­tes Zu­hau­se hat“ be­schrie­ben wer­den.

2.„At­ten­d­orn im WAN­Del“: Im Rah­men die­ses Pro­jek­tes soll ei­ne Wand Im Hohl mit Graf­fi­ti ge­stal­tet wer­den.

3.„Wall of Ge­ne­ra­ti­ons“ ist ei­ne gro­ße Por­trät­wand aus vie­len ver­frem­de­ten Fo­tos von Men­schen al­ler Al­ters­stu­fen, die auf dem Mehr­ge­ne­ra­tio­nen­platz auf­ge­stellt wer­den soll.

Ei­gent­lich wa­ren die meis­ten Dis­kus­sio­nen über­flüs­sig, da die An­trag­stel­ler vor der Sit­zung die Pro­jek­te 2 und 3 zu­rück­ge­zo­gen hat­ten. Trotz­dem gab es gif­ti­ge Be­mer­kun­gen ge­gen die Vor­la­ge der Ver­wal­tung, die 1 und 3 ge­neh­migt hät­te, die Graf­fi­ti-Wand aber ab­leh­nen woll­te, weil sie ge­gen die Alt­stadt­sat­zung ver­sto­ße. Der Knack­punkt in al­len drei Pro­jek­ten scheint aber die Fi­nan­zie­rung zu sein.

Die An­trag­stel­ler hat­ten an­ge­ge­ben, dass das Pro­jekt durch das Lan­des­pro­gramm „Kul­tur­ruck­sack NRW“ fi­nan­ziert wer­de. Fi­nan­ziert stimmt nicht, un­ter­stützt ist rich­tig. 4000 Eu­ro ste­hen zur Ver­fü­gung. Für die Stadt blie­be nach Ein­schät­zung von Cars­ten Graumann ein fünf­stel­li­ger Be­trag, über den am Mitt­woch aber nicht mehr ge­spro­chen wur­de.

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